Schlüter-KERDI-200  Polyethylen-Abdichtung

Wie bekommt man Keramik dicht? Seit mehr als drei Jahrzehnten mit Schlüter-KERDI – der Polyethylen-Abdichtungsfolie mit beidseitig aufgebrachtem Vlies zur optimalen Verankerung im Fliesen- oder Dichtkleber. Zudem haben Sie durch das aufgedruckte Schneidraster die Möglichkeit, die Folie schnell und einfach mittels Cuttermesser auf die benötigten Maße zu bringen.

Auch wenn die KERDI-Bahnen das Herzstück der Abdichtung sind, bieten wir Ihnen darüber hinaus notwendige Zubehörprodukte an, darunter Bänder zur Stoßüberdeckung, Formteile für Ecken und Montagekleber. Erst mit diesem vollständigen System erhalten Sie eine geprüfte und dauerhaft zuverlässige Verbundabdichtung in Ihren Feuchträumen.


Schlueter©Schlüter-Systems KG
Schlueter©Schlüter-Systems KG
zoom_out_map search
Schlueter
Schlueter

Allgemeine Produktinformationen

Schlüter-KERDI ist eine rissüberbrückende Abdichtungsbahn aus weich eingestelltem Polyethylen, beidseitig versehen mit einem speziellen Vlies­gewebe zur wirksamen Ver­ankerung im Fliesenkleber.

Zum einfachen Zuschneiden ist KERDI einseitig mit einem Schneidraster versehen. Zusätzlich zur Restmengenangabe ist die Mindestüberlappungsbreite von 5 cm – für die Verarbeitung der Bahnen untereinander – dargestellt.

KERDI wurde als Verbundabdichtung mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten entwickelt und ist entsprechend der in Deutschland geltenden Abdichtungsnormen DIN 18531*, DIN 18534 sowie DIN 18535* einsetzbar. Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18534: W0-I bis W3-I*. Weiterhin verfügt KERDI über ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeug­nis (abP).

Feuchtigkeitsbeanspruchungsklasse gemäß ZDB: 0 bis B0 sowie A, B und C.

KERDI verfügt gemäß ETAG 022 (Abdichtung im Verbund) über eine europäische Zulassung (ETA = European Technical Assessment) und ist mit einem CE-Zeichen gekennzeichnet.

* Mit abP und/oder nach ETA entsprechend ETAG 022. Weitere Informationen zu Verwendung und Einbau erteilt bei Bedarf unser anwendungstechnischer Verkauf.

Die Abdichtungsbahn wird mit einem geeigneten Flie­sen­kleber auf ebenflächigem Untergrund verklebt. Direkt auf KERDI werden die Fliesen im Dünnbettverfahren verlegt. Auch andere geeignete spachtelbare Belags­materialien oder Putzschichten können aufgebracht werden.

Ergänzend zu KERDI sind Innen-und Außenecken sowie Rohrmanschetten lieferbar, Schlüter-KERDI-KM bzw. -KERDI-MV. Für Installationen bei denen bauseitige Baustopfen innerhalb der Abdichtungsebene liegen und eine Hahnverlängerung nachträglich montiert werden soll, sind Schlüter-KERDI-PAS Sets – bestehend aus einer KERDI-MV-Manschette und einer speziellen Kunststoffhülse – lieferbar. Zum Abdichten von Stoßver­bin­dungen oder Eck­­an­schlüssen wird das Schlüter-KERDI-KEBA (Band) in den Breiten 8,5/12,5/15/18,5/25 cm angeboten.

Zur Abdichtung über Bewegungsfugen oder flexiblen Randfugen dient Schlüter-KERDI-FLEX in Breiten von 12,5 cm oder 25 cm.

  1. Der Untergrund muss frei von haftungs­feindlichen Bestandteilen, tragfä­hig und eben sein. Eventuelle Ausgleichs­maßnahmen sind vor Verlegung von KERDI durch­zu­führen.
  2. Die Auswahl des Klebers, mit dem KERDI zu verarbeiten ist, richtet sich nach der Art des Untergrundes. Der Kleber muss am Untergrund haften und sich in dem Trägervlies der KERDI mechanisch verklammern. Bei den meisten Untergründen kann ein hydraulisch abbindender Dünn­bett­mör­tel eingesetzt werden. Materialunver­träglichkeiten untereinander sind ggf. zu prüfen. Bei der Verwendung von Belagsmaterialien mit einer Seitenlänge ≥ 30 cm empfehlen wir zur schnellen Festigkeitsentwicklung und Trocknung des Mörtels einen Fliesenkleber mit kristalliner Wasserbindung.
    Hinweis: Für Bereiche, die eine bauaufsichtliche Zulassung erfordern, sind nur systemgeprüfte Dünnbettmörtel zu verwenden.
  3. Der Dünnbettmörtel wird mit einem Zahn­spachtel (Empfehlung 3 x 3 mm oder 4 x 4 mm) auf den Untergrund auf­gebracht.
  4. Die vorher auf Maß zugeschnittenen Bahnen der KERDI werden vollflächig mit dem Trägervlies in den aufgetragenen Kleber eingebettet. Zum Eindrücken empfiehlt sich die Glattseite der Zahnkelle oder eine Glättkelle, die unter Druck schräg über die KERDI Bahn geführt wird. Lufteinschlüsse sind zu vermeiden. Die klebeoffene Zeit muss beachtet werden.
  5. KERDI-Bahnen sind im Stoßbereich mind. 5 cm überlappend mit KERDI-COLL-L zu verkleben oder stumpf zu stoßen und mit KERDI-KEBA unter Verwendung des Dichtklebers KERDI-COLL-L vollflächig zu verkleben.
  6. Für Innen- und Außenecken sind die vor­gefertigten KERDI-Ecken zu verwenden. Für Eckanschlüsse ist KERDI-KEBA entsprechend zu verkleben. Auch Anschlüsse an feststehende Einbauteile lassen sich funktionsgerecht herstellen. Je nach Baustellensituation kann KERDI, KERDI-KEBA oder KERDI-FLEX zur Herstellung eines dichten Anschlusses mit KERDI-FIX an dem anzuschließenden Einbauteil befestigt werden (siehe Produktdatenblatt 8.3 Schlüter-KERDI-FIX).
    1. Bei Rohrdurchführungen sind KERDI-KM oder KERDI-MV (Rohrmanschetten) einzukleben.
      Alternativ steht mit KERDI-PAS ein Set bestehend aus einer Kunststoffhülse und einer KERDI-MV Manschette zur Verfügung. Die Manschette wird in Verbindung mit der Kunststoffhülse an den Baustopfen angearbeitet, um die später montierte Hahnverlängerung nach der Demontage der Kunststoffhülse sicher abzudichten.
  7. Im Bereich von Dünnbettbodenabläufen ist ein Zuschnitt als Anschlussmanschette des Formats 50 x 50 cm aus KERDI in den Flansch des Bodenablaufs einzuklemmen bzw. dicht einzukleben. Die angrenzende KERDI-Bahn ist bis auf einen Abstand von ca. 10 cm an den Bodenablauf heranzuführen und hohlraumfrei auf der Anschlussmanschette dicht zu verkleben.

Hinweis zu Bodenentwässerungen:

Mit Schlüter-KERDI-DRAIN und Schlüter-KERDI-LINE wurden spezielle Entwässerungssysteme für den Anschluss an Verbundabdichtungen entwickelt. KERDI lässt sich hier, unter der Verwendung der KERDI-Manschetten, schnell und sicher anarbeiten.

  1. An vorhandenen Bewegungsfugen oder Bauwerkstrennfugen ist KERDI zu trennen und an den Stoß­ver­bindungen mit KERDI-FLEX zu überkleben. Ebenso ist bei flexiblen Randabschlüssen KERDI-FLEX einzusetzen. Alternativ kann hier auch KERDI-KEBA verwendet werden, wenn eine ent­sprechende Schlaufe ausgebildet wird.
  2. Sobald die gesamte Verbundabdichtung mit allen Überlappungen, Ecken und Anschlüssen dicht verklebt ist, kann mit der Aufbringung des Belags begonnen werden. Eine Wartezeit ist nicht erforderlich.
  3. Zur Fliesenverlegung wird hydraulisch abbindender Dünnbettmörtel direkt auf KERDI aufgetragen und die Fliesen werden weitgehend vollflächig darin eingebettet.
    Für chemikalienbeanspruchte Beläge sind geeignete Reaktionsharzkleber und Fugenmörtel zu verwenden.
    Für Bereiche, in denen CE-konform oder entsprechend dem abP (allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis) gearbeitet werden soll, sind nur systemgeprüfte Dünnbettmörtel zu verwenden. Die Dünnbettmörtel und die entsprechenden Prüfzeugnisse können bei uns erfragt werden.

Schlüter-KERDI-200 ist eine Polyethylenbahn als Verbundabdichtung mit einem wasserdampfbremsenden Wert von sd = 5,15 m.

Das Material ist physiologisch unbedenklich. Für beide Materialtypen entsteht bei der Entsorgung von Resten kein Sondermüll. Poly­ethylen ist nicht langfristig UV-stabil, daher ist bei der Lagerung eine dauerhafte, intensive Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Materialeigenschaften und Einsatzgebiete

Schlüter-KERDI ist wasserdicht und gegen die üblicherweise im Zusammenhang mit keramischen Flie­sen­belägen auftretenden chemischen Beanspruchungen beständig. KERDI ist alterungsbe­stän­dig und unverrottbar und weist eine hohe praktische Dehn­fähigkeit auf.

Darüber hinaus besteht weitestgehende Beständigkeit gegenüber wässrigen Lösungen von Salzen, Säuren und Laugen, vielen organischen Lösemitteln, Alkoholen und Ölen.

Unter Angabe der zu erwartenden Konzentration, Temperatur und Einwirkungsdauer sollte die Beständigkeit gegenüber Belastungen in speziellen Einzelfällen gesondert abgeklärt werden.

Untergründe, auf denen KERDI verlegt werden soll, sind auf Ebenheit, Stabilität und Feuchtigkeit zu über­prüfen. Haftungsfeindliche Bestandteile der Ober­fläche müssen entfernt werden.

Anwendungsgebiete für KERDI sind Untergründe im Wand- und Bodenbereich, die vor dem Eindringen von Feuchtigkeit und anderen schädigenden Stoffen geschützt werden müssen. Derartige Unter­gründe sind z. B. Nassbereiche wie Badezimmer, Duschanlagen, Becken­umlaufbereiche von Schwimmbädern, aber auch Industriebereiche, z. B. in der Lebensmittelindustrie, in Brauereien oder Molkereien.

Für Schwimmbecken oder dergleichen sind besondere Anforderungen zu beachten. Wir bitten daher bei solchen Objekten um Ihre Rücksprache.

Da KERDI als Verbundabdichtung keine für den thermisch beanspruchten Außenbereich erforderliche Entkopplungsfunktion zwischen Estrich und Fliesenbelag erfüllt, empfehlen wir für diesen Anwendungsbereich KERDI in Kombination mit Schlüter-DITRA-DRAIN (siehe Produktdatenblatt 6.2) oder Schlüter-DITRA (siehe Produktdatenblatt 6.1) mit der kombinierten Verbundabdichtungs- und Entkopplungsfunktion zu verwenden.

Videos zum Lernen
und Nachmachen

Balkonaufbau: Fliesen legen mit Drainage, Abdichtung und Entkopplung
Balkonaufbau: Lose Verlegung von Natursteinen auf Dünnbett-Mörtelpunkten mit Schlüter-TROBA-PLUS 8G
Neue Breiten für Schlüter-KERDI: Einfach und schnell abdichten